19.05.2020

Zivildienst: „Man baut Berührungsängste ab“

Salzburg

Gabriel Wegmayr hat sich im Rahmen seines Zivildienstes für die Arbeit mit Menschen mit Behinderung in einer Fördergruppe des Diakoniewerks in Salzburg entschieden. Durch Corona hat sich sein Einsatz verändert.

Gabriel Wegmayr ist gebürtiger Salzburger und absolviert derzeit den Zivildienst in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung im Diakoniewerk. Der 19-Jährige schätzt die heitere Atmosphäre und das Gefühl einer sinnvollen Tätigkeit. Seine berufliche Zukunft sieht er allerdings nicht im Sozialbereich, sondern lieber bei der Eisenbahn. Den Zivildienst erlebt er dennoch als hilfreich für sich selbst. „Mein eindrücklichstes Erlebnis ist, dass man wirklich Spaß hat mit den Bewohner*innen. Wenn man das erste Mal herkommt, glaubt man das vielleicht nicht. Aber es ist wirklich eine Gaudi, wenn man sie lachen und so breit grinsen sieht“, erzählt Gabriel Wegmayr.

 

Der Arbeitstag in der Fördergruppe startete um 8 Uhr und dauerte bis 16.30 Uhr, am Wochenende hatte er frei. Durch Corona wurde die Fördergruppe geschlossen und er wechselte in den Wohnbereich. „Bis auf den Einsatzort und das ganztägige Tragen von Masken hat sich für mich gar nicht so viel verändert. Ich betrete jetzt am Morgen das Wohnhaus durch eine Sicherheitsschleuse und richte als erstes das Frühstück für die Bewohner*innen her“, berichtet Wegmayr.

 

Ihm gefällt, dass er anders als beim Grundwehrdienst jeden Tag heimfahren kann. Die Aufgaben sind Routine, Küchendienst wie Geschirrspüler aus- und einräumen, Wäsche aufhängen und einräumen. Soweit möglich mit den Bewohner*innen gemeinsam und mit Abstand. „Man verbringt viel Zeit mit den Bewohner*innen. In der Fördergruppe stellte ich mit ihnen einfache Produkte her oder spielte mit ihnen, je nachdem was sie brauchen und können. Das meiste davon macht auch wirklich Spaß“, berichtet der Hobby-Modellbauer. Er rät jedem, sich vorab zu erkundigen, wie die Zivildienststelle ausschaut. Was er sonst noch jungen Männern für den Zivildienst rät? „Es ist schön, dass man die Berührungsängste gegenüber von Menschen mit Behinderung verliert. Da sind so liebe Leut‘ da, da gibt’s einfach nichts Schlimmes“, sagt Gabriel Wegmayr. 

 

Foto: Zivildiener Gabriel Wegmayr begleitet Menschen mit Behinderung in einer Einrichtung des Diakoniewerks in Salzburg. Das Foto wurde noch vor Corona in der Fördergruppe gemacht.