15.11.2018

Kulinarium Salzburg feiert 10. Geburtstag und expandiert

Von einer sozialen Idee zur Erfolgsgeschichte: Mit Unterstützung durch das Land Salzburg und Partnern wie Licht ins Dunkel konnte das Kulinarium Salzburg sein Angebot erweitern. Am 15. November 2018 wurde mit einem Geburtstags- und Eröffnungsfest des zweiten Betriebsstandorts sowie eines inklusiven Kaffeehauses in der Riedenburg gefeiert.

Inklusive Arbeitsplätze zu schaffen, ist ein Grundpfeiler des Diakoniewerks. Ziel ist, Menschen mit Behinderung an einem normalen Alltag teilhaben zu lassen, ihnen Perspektiven aufzuzeigen und sie in ihren Fähigkeiten zu unterstützen und zu fördern. Aus der Idee, einige Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung anzubieten, ist in Salzburg nach zehn Jahren ein ansehnlicher Gastronomie-Schwerpunkt geworden. 

 

Catering mit besonderem Flair

Neugierig, aufgeregt und voller Tatendrang startete das Team aus KöchInnen, KonditorInnen, agogischen MitarbeiterInnen und Menschen mit Behinderung am 1. Dezember 2008 im Kulinarium Salzburg. Im Vollbetrieb bot das Kulinarium damals langfristige Arbeitsplätze für 17 Menschen mit Behinderung, zwei Plätze kamen in den vergangenen Jahren noch dazu. 5 Plätze waren zusätzlich für die Teilqualifizierung Koch/Köchin und verlängerte Lehre Konditor/in von Menschen mit Lernschwäche vorgesehen. 16 junge Menschen wurden seit dem Start auf den ersten Arbeitsmarkt vorbereitet und 14 von ihnen an Gastrobetriebe vermittelt. 

Eine innovative Idee der Inklusion, mit der sich der Catering-Betrieb schnell einen guten Namen in der Gastroszene Salzburgs gemacht hatte. Damit und dem Anspruch, stets höchste Qualität zu bieten. Nicht zu unterschätzen ist der besondere Flair: „Die einzigartige Fröhlichkeit und Zugänglichkeit unserer MitarbeiterInnen mit Behinderung hat oftmals für heitere Momente und Auflockerung bei Caterings gesorgt“, weiß Georg Maringer, der das Kulinarium von Beginn an leitet. 

 

Zweite Küche und neue Kaffeehäuser

Vor einigen Jahren ergab sich die Chance, die Panoramabar der Stadt:Bibliothek zu führen, die sich im Gebäude gegenüber der Kulinarium-Küche in Salzburg-Lehen befindet. „Uns hat die Idee eines inklusiven Kaffeehauses schon länger gereizt und wir haben schließlich auch den Auftrag erhalten“, sagt MMag. Michael König, Geschäftsführer des Diakoniewerks Salzburg. Das Kaffeehaus mit Blick über die gesamte Stadt Salzburg bietet den Menschen mit Behinderung einen einzigartigen Arbeitsplatz. „Für einige MitarbeiterInnen des Kulinarium-Stammpersonals war es genau das Richtige. Mit den Leuten plaudern und Getränke servieren liegt ihnen richtig gut“, bestätigt Georg Maringer den positiven Effekt dieser Idee.

Kaffeehaus und Kulinarium wurden von den Kunden überaus wohlwollend angenommen. Aufgrund der hohen Nachfrage an Caterings und Mittagstischen war bald der Wunsch nach einer Küchen-Erweiterung geboren. „Der räumliche Ausbau der Küche in Salzburg-Lehen war nicht möglich. Wir haben daher nach Alternativen gesucht. Unser Anliegen wurde im Rahmen der Neubebauung der ehemaligen Kaserne Riedenburg vom Land Salzburg und dem Bauträger gswb mit großem Interesse aufgenommen und eine zweite Küche gebaut“, berichtet Michael König. 

Das Land Salzburg unterstützt das Projekt im laufenden Betrieb und hat die Neuinvestitionen mit 250.000 Euro cofinanziert. LH-Stv. Sozialreferent Dr. Heinrich Schellhorn: „Das Kulinarium ist in Salzburg schon längst ein anerkanntes und allseits beliebtes Cateringunternehmen, das mit seinem Angebot zum sozialen Zusammenhalt beiträgt. Ich freue mich daher sehr, dass mit vereinten Kräften nun eine zweite Zweigstelle eröffnet werden kann, bei der Menschen mit Behinderungen einen Arbeitsplatz finden und ihre Talente leben und nutzen können. Sinnvolle Beschäftigung und Arbeit sind für alle Menschen wichtig, egal ob mit oder ohne Behinderungen.“

 

Kowalski Café & Bistro - Inklusion im Sozialraum

Als Ergänzung zum Cateringbetrieb mit 18 Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung entstand im Quartier Riedenburg auch ein inklusives Kaffeehaus vor Ort. Mit dem Kulinarium und inzwischen drei KOWALSKI Café & Bistro setzt das Diakoniewerk verstärkt den Gedanken der Sozialraumorientierung in Salzburg um. Das Arbeiten im direkten Wohnumfeld vieler Menschen trägt sehr zu einem normalen Leben für Menschen mit Behinderung bei. 

„Solche Projekte und Initiativen sind sehr zu unterstützen. Wenn wir uns ansehen mit welchem Enthusiasmus diese Menschen arbeiten, mit wieviel Freude sie an die Arbeit gehen und dabei einen sehr wertvollen Beitrag leisten, so ist das etwas Schönes und Wertvolles. Insgesamt ergibt sich aus derartigen Initiativen eine klassische win-win Situation für uns alle“, so Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer. 

Mehr als 60 Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten mittlerweile in den inklusiven Gastrobetrieben in Salzburg. Diese kulinarische Erfolgsgeschichte stieß von Beginn an nicht nur bei den KundInnen, sondern auch bei Politik und Wirtschaft auf breite Unterstützung. Alleine für den zweiten Standort brachte Licht ins Dunkel 200.000 Euro an Spendengeldern auf. „Ohne unser PartnerInnen, insbesondere das Land Salzburg und Licht ins Dunkel, wären weder der Start vor zehn Jahren noch die wunderbare Erweiterung zum Jubiläum schaffbar gewesen“, ist sich Michael König sicher.